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EHC Klostersee Saison 1960/61 Von Tobias Aigner
Ganz im Zeichen des neuen Eisplatzes stand in Grafing die Saison 1960/61. Der alte Platz am Grafinger Bahnhof, der die Heimat der Rotweißen in der Saison 1959/60 war, hält den Witterungsbedingungen auf Dauer einfach nicht stand. Peter Stahuber überlässt deshalb den Rotweißen großzügigerweise seine Kiesgrube hinter der Grafinger Volksschule. Genauer gesagt dort, wo heute die Tennisplätze zu finden sind. Da der Platz gut planiert und gewalzt ist, eignet er sich hervorragend als Spritzeisplatz. Auch bewilligt die Stadt Grafing den nötigen Wasseranschluss. Die Lichtmasten können also aufgestellt werden, und man erweitert die Lichtanlage von zwölf auf 18 Tiefstrahler. Ein Jahr später, also 1961, wird übrigens mit dem Bau des Kunsteisstadions in Rosenheim (Jahnstraße) begonnen.
EHC geht in der Kreisklasse Mitte an den Start
Der EHC nimmt in der Saison 1960/61 am Spielbetrieb in der Kreisklasse Mitte teil. In der Saison zuvor gelang den Rotweißen ungeschlagen der Aufstieg in jene Klasse. Mittlerweile hat man sich viele Freunde im Landkreis Ebersberg gemacht. Vereinzelt werden nach dem Umzug vom Ebersberger Klostersee im Jahr 1959 nach Grafing die Rufe laut, über eine Umbenennung des Vereins nachzudenken. Doch daraus wird nichts, der EHC trägt auch in Zukunft den Namen Klostersee.
Die Gegner des EHC in der Kreisklasse Mitte heißen: Schliersee, Reichersbeuern, Münchner EV, Moosburg. Bis das neue Domizil fertiggestellt ist, benennt der Bayerische Eissport-Verband einen Trainingsplatz für die Grafinger. Es ist die vor kurzem neueröffnete Kunsteisbahn in Miesbach.

Neuer Eismeister und Spieler: Hans Huttary
Indes kann der EHC zwei Neuzugänge in seinen Reihen begrüßen: Huttary und Breitweiser. Mit Hans Huttary wechselt der beste Bad Aiblinger Spieler die Fronten. Er ist zugleich der neue Eismeister beim EHC und macht mit der großartigen Eisbereitung des neuen Platzes sein Meisterwerk. Breitwieser kommt aus Rosenheim zu den Grafingern und ist ebenfalls eine große Verstärkung. Insgesamt umfasst der Kader 14 Akteure.
Das erste Vorbereitungsspiel steigt nach nur zwei Trainingseinheiten auf Miesbacher Eis gegen die Oberliga-Reserve des EV Landshut. Trotz schwachen Starts siegen die Rotweißen am Ende klar mit 5:2 Toren. Das nächste Spiel gegen die Reserve Miesbachs muss zunächst verschoben werden, da die Erste von Miesbach aufgrund von Verletzungssorgen auf viele Spieler aus der Zweiten zurückgreifen muss. Schließlich steigt die Partie zu einem späteren Termin. Klostersee liegt zunächst mit 1:4 hinten, erfreut seine zahlreich mitgereisten Fans aber noch mit einem 5:5-Unentschieden.
TSV Schliersee gleich drei Mal Gegner
Weitere Tests finden zwei Mal gegen den Gruppengegner Schliersee statt, den die Grafinger auch gleich im ersten Spiel mit 8:1 in die Knie zwingen. Und das, obwohl der EHC auf die zwei Keeper Jochen Kaefer und Peter Wippfelder verzichten muss, die sich auf einem Eihockey-Lehrgang in Bad Tölz befinden. Im Rückspiel kassiert man allerdings eine 6:12-Schlappe.Kein Wunder, denn kurioserweise hielt hier der
Klosterseer Torhüter das Schlierseer Tor sauber, während das Grafinger Gehäuse leer blieb. Auch zum Punktspielauftakt heißt der Gegner TSV Schliersee. Wieder machen sich viele EHC-Anhänger auf, um die Rotweißen zu begleiten. Es ist ein in allen Phasen schnelles und faires Spiel, dass von einem ausgezeichneten Schiedsrichter geleitet wird. Ein hochverdienter 9:2-Sieg ist am Ende das größte Geschenk für den vierfachen Torschützen Hans Huttary, der am selben Tag seinen Geburtstag feiert. Man ist sich einig: Schliersee war nicht sieben Tore schlechter als der EHC. Jedoch bewies der Spielverlauf, dass nicht Einzelkönnen, sondern Mannschaftsgeist und Kameradschaft entscheidend für den Ausgang waren.
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| Planierarbeiten am neuen Eisplatz |
Als nächstes steht schon das Rückspiel auf dem Programm. "Das gute Eis und die vielen hundert Zuschauer gaben ein schönes Bild ab", heißt es in einem Bericht. Das "gegnerische Zufallstor" zum 0:1 tut der guten Stimmung zunächst keinen Abbruch. Am Ende aber müssen sich die Grafinger etwas überraschend mit 2:5 geschlagen geben. Es ist die erste Punktspielniederlage nach einem Jahr. Trotzdem kommt die Niederlage zum rechten Zeitpunkt, da man noch am Anfang der Saison steht und aus seinen Fehlern lernen will.
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| Der Ausgangspunkt vieler erfolgreicher Schlachten |
Toppspiel gegen den Münchner EV
Im Rückspiel in Reichersbeuern retten sich die Gastgeber in ein 2:2-Unentschieden. Der EHC festigt damit seinen zweiten Tabellenplatz. Vor dem nächsten schweren Punktspiel gegen den ungeschlagenen Münchner EV fegt Grafing den EV Fürstenfeldbruck in einem Freundschaftsspiel mit 8:1 vom Eis. Dann kommt der ungeschlagene Tabellenführer München. Ideale Eisverhältnisse, ein bis zur letzten Sekunde spannendes Spiel, mit hartem, aber fairen körperlichen Einsatz beider Mannschaften, und ein mitgerissenes tausendköpfiges Publikum es ist alles geboten. Beeindruckt zeigt sich der Münchens Eismeister von der neuen Eisanlage des EHCK. Die Rotweißen beginnen nervös, da helfen auch die "he he he Klostersee"-Sprechgesänge des begeisterten Publikums nichts. Am Ende verliert Grafing knapp mit 3:4 Toren.
Jochen Kaefer zum ersten Mal mit Gesichtsschutz aus Plexiglas
In einem weiteren Trainingsspiel besiegt der EHC die weit höher eingeschätzten Aiblinger mit 11:3. Dabei trägt Jochen Kaefer zum ersten Mal einen Gesichtsschutz aus Plexiglas. Das Erfreuliche dieses Spiels ist, dass man inzwischen scheinbar einen Zuschauerstamm gefunden hat, der nicht nur bei hochkarätigen Gegnern den Weg ins "Stadion" findet. Vor dem Rückspiel gegen München holt man sich noch einen Trainingsgegner auf den heimischen Eisplatz. Der viermalige Gruppenmeister der Kreisliga Gruppe Nord, der EV Moosburg, kommt nach Grafing. Am Ende heißt es 9:2 für den EHC. Was nicht weiter verwunderlich ist, denn für Moosburg ist erst das dritte Spiel in dieser Saison. Mit großem und stimmgewaltigem Anhang tritt der EHC zum letzten Punktvergleich beim Münchner EV im Prinzregentenstadion an. Obwohl man den Großstädtern den Gruppensieg nicht mehr nehmen kann, möchte man beweisen, dass auch in der "Provinz" gutes Eishockey gespielt wird. Trotz hundertprozentigem Einsatz, spielerischer und kämpferischer Gleichwertigkeit muss sich Grafing mit 3:0 geschlagen geben. Damit ist die Punktspielrunde vorbei. Der EHC erreicht den dritten Tabellenplatz in der Kreisklasse Mitte.
Zwei Freundschaftsspiele in der Schweiz
Die Saison des EHC ist aber noch lange nicht vorbei. Zum letzten Heimspiel gastiert noch einmal Schliersee. Mit einer 9:2-Niederlage treten die Gäste die Heimreise an. Für die Grafinger stehen zum Abschluss noch zwei Freundschaftsspiele auf dem Programm. Sie reisen in die Schweiz, zum EHC Samedan. Das Besondere dabei sind die ungewohnten klimatischen Verhältnisse: Samedan liegt 1.800 Meter über dem Meersspiegel. Das Spiel verliert der EHCK knapp mit 3:4.
Zwei Tage später ist der Gegner die Reserve von St.Moritz (Nationalliga B). Mit 13:3 gewinnen die Rotweißen den Vergleich, wobei einige Spieler von Samedan beim EHC aushelfen. Die sportliche Bilanz dieser Saison fällt positiv aus: In 15 Spielen gegen zehn verschiedene Gegner kassiert der EHC nur vier Niederlagen.
1.Mannschaft Saison 1960/61 (In Klammern die erzielten Tore)
Tor
Jochen Kaefer
Spieler
Max Ahammer (18) Hans Huttary (18) Simon Ahammer (15) Sigi Heckl (11)
Kreitmaier (4) Werner Scholz (4) Mohr (4) Beppo Gold (3) Sascha Kaefer (3) Bachschneider (1)
Klaus Kiermeier (2) Breitwieser, Rüdiger Schüler, Wippfellner, Melle Wolpertinger